02
Mrz

Abstrakt schön

Die Besucher meiner Ausstellungen kennen mich für meine mehrheitlich figurativen Werke. Weniger bekannt sind meine von der Realität abstrahierten oder komplett losgelösten Werke. Oft sind diese schwierige Geburten, bis sie das repräsentieren, was ich ausdrücken will und ich mich mit ihnen identifizieren kann.

Schon sehr lange versuche ich für mich ganz persönlich immer wieder neu zu definieren, was ein abstraktes Werk mit meiner Signatur ausdrücken muss:

  • Genügt es, mich von dem Momentum des Entstehungsprozess leiten zu lassen?
  • Ist die zugrunde liegende Botschaft, die ich senden möchte ausreichen?
  • Sollte ich meine Ratlosigkeit mutig verschleiern und die Bedeutung mit „ohne Titel“ mystifizieren?
  • Muss mein Werk mein Harmonieempfinden befriedigen?

Eine allgemein gültige, rationale Antwort habe ich mir dazu bisher noch nicht geben können. Es ist mehr ein Bauchgefühl, dass mir sagt, „ja das ist es jetzt“.

Heute bin ich in der „Zeit“ auf einen schönen Artikel „Beunruhigend schöne Erde“ mit atemberaubenden schönen Satellitenaufnahmen von der Erde gestossen. Sie stammen aus dem Bildband „Die Erde vom All“ (Knesebeck Verlag).

„Ich sehe die Erde! Sie ist so wunderschön!“, wird Juri Gagarin, der erste Mensch im Weltraum, am 12. April 1961 beim Anblick der Erde zitiert. Verschnörkelt, gemustert und vor allem bunt sind diese Ansichten. Wären sie anstatt dessen Ergebnisse meiner abstrakten Malerei, dann würde ich stolz meine Signatur darunter setzen.

Sie erinnern mich an mein hier abgebildetes Werk „Ordnung im Chaos“, Acryl auf Leinwand 60x80cm, 2013, aus der Ausstellung „Genesis & Evolution“. Es charakterisiert zwar einen frühzeitlichen Entstehungsprozess in dem aus dem Zufall ein Muster oder etwas Geordnetes entsteht. Die Botschaft ist aber dieselbe: Die Natur weiss uns mit Atem beraubender Schönheit zu betören.

Beunruhigend schöne Erde
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